Das sind die Neuheiten von der Apple-Konferenz WWDC

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von Thomas Rocho / dpa

Gerade ist die „Apple Worldwide Developers Conference“ WWDC zu Ende gegangen. Gut 6000 Software-Entwickler, die für das iPhone und andere Plattformen von Apple Programme entwickeln, haben sich im kalifornischen San Jose getroffen – und über Neuheiten gesprochen. Im scharfen Wettbewerb mit Rivalen wie Google und Samsung legt Apple nämlich bei der Software seiner Geräte nach. Hier findet ihr die wichtigsten Neuheiten im Überblick.

Apple will in Zeiten sinkender iPhone-Verkäufe seine Geräte mit neuen Funktionen attraktiver für die Nutzer machen. Unter anderem werdet Ihr auf dem iPhone künftig Videos umdrehen und mit Farbfiltern bearbeiten können. Die Computer-Uhr Apple Watch wird unabhängiger vom iPhone und damit auch interessanter für die Nutzer unter Euch, die auf Android-Smartphones zurückgreifen. Die iPad-Tablets bekommen erstmals ein eigenes Betriebssystem, das sie stärker wie einen vollwertigen PC-Ersatz nutzen lässt. Außerdem stellte Apple nach Jahren wieder einen neuen Hochleistungscomputer der Mac-Pro-Reihe vor, der für professionelle Nutzer mit sehr hohen technischen Anforderungen gedacht ist.

Datenschutz im Blick

Einen Fokus setzte Apple zum Start seiner Entwicklerkonferenz WWDC in San Jose auch auf den Datenschutz. Als Apple-Nutzer bekommt Ihr die Möglichkeit, Euren Aufenthaltsort auch nur einmal mit einer App zu teilen – bisher könnt Ihr nur der permanenten Nutzung von Ortsdaten bei aktiver Anwendung zustimmen. Wenn eine App versucht, zu schummeln und trotzdem den Aufenthaltsort abzurufen, kommt eine Warnmeldung. Besseren Datenschutz verspricht der Konzern auch durch die Möglichkeit, sich bei anderen Apps und Diensten mit den Login-Daten von Apple-Accounts anzumelden. Entwickler müssen die Funktion zwingend einbauen, wenn sie grundsätzlich die Anmeldung über Konten von anderen Anbietern erlauben.

Bei vernetzter Haustechnik im Smarthome soll die Apple-Plattform HomeKit mit Hilfe der Installation in Internet-Routern künftig Geräte besser voneinander abschirmen, damit einzelne Anbieter Euch nicht ausspähen können. Dafür ausgestattete Router kommen zunächst unter anderem von Linksys.

Tim Cook, CEO von Apple, spricht auf der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC. Foto: Jeff Chiu/AP/dpa

Karten und „Street View“ fürs iPhone

Auf dem iPhone, dem wichtigsten Apple-Produkt, wird unter anderem die Karten-App verbessert. Zunächst in den USA bekommen Nutzer die Möglichkeit, sich dreidimensionale Straßen-Ansichten anzusehen. Es ist so etwas wie Googles Street View in 3D. Die iPhone-Verkäufe bringen Apple immer noch Milliardengewinne ein, waren zuletzt aber rückläufig. Der Konzern versucht in dieser Situation, mehr Geld mit Software-Diensten zu verdienen.

iPad-OS erleichtert Arbeit

Das neue iPad-Betriebssystem vereinfacht unter anderem die Arbeit mit mehreren Apps gleichzeitig sowie die Textverarbeitung. Erstmals könnt Ihr auch USB-Sticks und Kameras an die Apple-Tablets anschließen. Entwickler fanden in Vorab-Versionen von iPadOS zudem die erstmalige Unterstützung einer Computermaus.

iTunes wird aufgesplittet

Auf Mac-Computern wird die betagte Multimedia-App iTunes in einzelne Apps für Musik, Podcasts und Videoinhalte aufgeteilt. Außerdem macht es Apple für Entwickler insgesamt deutlich einfacher, iPhone-Apps in Programme für den Mac umzuwandeln. Das könnte die Programm-Auswahl auf den Apple-Computern stark verbessern.

Apple Watch bekommt eigenen App Store

Wenn die Apple Watch attraktiver für Android-Nutzer wird, könnte das die Erfolgschancen anderer Smartwatch-Anbieter verschlechtern. Bisher brauchte man ein iPhone zum Beispiel, um Apps auf die Apple Watch zu laden. Künftig bekommt die Computer-Uhr einen eigenen App Store und auf ihr laufende Anwendungen brauchen keinen Gegenpart auf dem iPhone mehr. Die Apple-Uhr ist bereits die mit Abstand populärste Smartwatch, wurde aber zugleich durch die Verbreitung des iPhones zurückgehalten: Android-Smartphones haben einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent.

Toby Paterson demonstriert Textbearbeitung in iPadOS. Foto: Apple

MacPro wird Leistungs-Monster – mit sportlichem Preis

Mit dem neuen Mac Pro will Apple verlorenen Boden im Geschäft mit Profi-Nutzern gutmachen. Er soll ausreichend Kapazität zum Beispiel für professionelle Videoaufbereitung oder Musik-Komposition bieten. Unter anderem kann man damit mit mehreren Videos in extrem hoher 8K-Auflösung gleichzeitig arbeiten. Zusammen mit dem Mac Pro stellte Apple auch einen neuen Monitor mit sehr präziser Farbwiedergabe und hoher Auflösung vor. Der Computer hat einen US-Preis ab 5999 Dollar, für den Monitor werden 4999 Dollar fällig – plus 999 Dollar für den passenden Standfuß.

iPadOS bis Login-Dienst: Die Software-Neuheiten im Überblick

Ein eigenes Betriebssystem für das iPad, neue Funktionen für das mobile Betriebssystem iOS und vieles mehr: Apple hat für seine Geräte neue Software angekündigt. Ab Herbst sollen die Neuerungen an den Start gehen. Änderungen gibt es auch beim Betriebssystem für Mac-Computer, dem macOS, und bei der Software der Apple Watch, die sich etwas vom iPhone löst.

iOS

  • Das iPhone bekommt mit iOS 13 einen «Dark Mode», vor allem für die Nutzung im Dunkeln. Sein zentrales Merkmal ist, dass die üblicherweise weißen Flächen in Apps schwarz sind.
  • In Apples Fotos-App wird die Software künftig versuchen, gelungene und relevante Aufnahmen zu erkennen, um sie in einer Auswahl von Bildern anzuzeigen. Das soll dazu beitragen, dass tolle Bilder nicht in den Bergen tausender Fotos auf den Geräten untergehen.
  • Videos, die man etwa hochkant gefilmt hat, kann man bei iOS 13 drehen und auch mit Farbfiltern bearbeiten.
  • Die Gesichtserkennung FaceID soll ein iPhone 30 Prozent schneller entsperren, die Apps werden kompakter und starten schneller.
  • iOS 13 wird für iPhones ab dem Modell 6s aufwärts zur Verfügung stehen, ältere Modelle werden nicht unterstützt.

macOS

  • Das Multimedia-Programm iTunes wird im neuen macOS «Catalina» in drei einzelne Apps für Musik, Podcasts und Videoinhalte aufgespalten.
  • Mit der Funktion «Sidecar» kann ein iPad als zusätzlicher Mac-Bildschirm angeschlossen werden.
  • Dank «Project Catalyst» wird es für App-Entwickler einfacher, ihre iPhone-Anwendungen auf den Mac zu bringen. Das könnte das Software-Angebot für den Mac deutlich vergrößern.
  • Verloren gegangene oder gestohlene Geräte können jetzt auch aufgespürt werden, wenn sie offline sind. Das soll so funktionieren, dass das Signal eines eingebauten Bluetooth-Senders on Apple-Geräten anderer Nutzer in der Nähe erkannt wird. Dann wird der Aufenthaltsort an Apple und an den Besitzer des vermissten Geräts weitergegeben.

Gäste informieren sich über die Leistungsfähigkeit des Mac Pro mit Pro Display XDR. Foto: Apple

iPadOS

  • Das iPad bekommt erstmals ein eigenes Betriebssystem namens iPadOS, das die Tablets stärker als bisher wie einen vollwertigen PC-Ersatz nutzbar machen soll.
  • USB-Sticks oder Kameras lassen sich künftig direkt an ein iPad anschließen.
  • Besseres Multitasking: Zum einen können Nutzer mit der Funktion «Slide Over» leichter zwischen verschiedenen Apps hin und her springen, zum anderen können jetzt auch mehrere Fenster mit Dateien aus einer App geöffnet werden.
  • Die Textbearbeitung bekommt mehr Funktionen und eine präzisere Bedienung. App-Entwickler fanden in einer Vorab-Version von iPadOS zudem erstmals die Unterstützung für eine Computermaus.
  • Der Webbrowser Safari zeigt künftig automatisch die Desktop-Version von Websites statt der mobilen Ansicht an.
    Das Betriebsystem iPadOS wird es für das iPad Air 2 und neuer, alle iPad Pro-Modelle, das iPad der 5. Generation und neuer sowie das iPad mini 4 und neuer geben.

AirPods und HomePod

  • Für die kabellosen Apple-Ohrhörer gibt es eine neue Funktion: So werden iPhone-Nutzer Audioinhalte auch mit AirPods anderer Leute teilen können.
  • Apples vernetzter Lautsprecher HomePod soll Nutzer in einem Haushalt künftig an der Stimme erkennen. Bittet man die Sprachassistentin Siri also auf dem HomePod zum Beispiel um eine Musikauswahl, wird sie auf den Musikgeschmack der einzelnen Person eingehen. Das soll auch bei personalisierten Funktionen wie dem Diktieren von E-Mails oder Sprachnotizen funktionieren.
  • Wer Musik von unterwegs zu Hause weiterhören will, soll das iPhone künftig nur noch an den HomePod halten müssen. Genauso kann man auch umgekehrt Musik vom HomePod auf das iPhone mitnehmen.

watchOS

  • Die Apple Watch bekommt mit watchOS 6 einen eigenen App Store. Damit müssen Nutzer zum Installieren einer App auf der Uhr nicht mehr auf ein iPhone zurückgreifen, Apps müssen auch kein iPhone-Pendant mehr haben.
  • Auf die Uhr kommen Apple-Apps wie Taschenrechner, Hörbücher und Sprachmemos.
  • Außerdem kann die Uhr künftig den Lärmpegel messen und anzeigen, um vor Hörschäden zu warnen.

tvOS und Apple TV

  • Spiele-Fans können künftig die Controller der Konsolen Xbox One und Playstation 4 mit Apple TV verbinden.
  • Die Geräte bekommen zudem Profile für mehrere Nutzer und sollen so personalisierte Empfehlungen für einzelne Bewohner in einem Haushalt anzeigen.
  • Die Investoren witterten nach den Ankündigungen übrigens gute Geschäfte für Apple: Die Aktie legte im frühen US-Handel zeitweise um mehr als zwei Prozent zu. Und Ihr? Blickt Ihr genauso erwartungsvoll auf die neue Produktriege – oder würde Euch Apple nie ins Haus kommen?

tro, mit dpa

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