Raspberry Pi: Kleiner Rechner, große Power

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von Thomas Rocho

Es ist der Moment der Wahrheit. Die Speicherkarte sitzt, alle Kabel sind verbunden, jetzt noch den USB-Stecker ins Netzteil stecken. Die LEDs leuchten, zwei Sekunden banges Warten. Es funktioniert – auf dem Fernseher erscheint ein pinkfarbenes Himbeerlogo. Wenig später läuft der erste Film auf dem ersten selbst gebastelten Mediencenter auf Raspberry-Pi-Basis. Geschafft.

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Gleiche Größe, gleicher Formfaktor, aber ein schnellerer Prozessor und verbessertes WLAN: Das bietet der neue Raspberry Pi 3 B+. Foto: Raspberrypi.org/dpa-tmn

Raspberry Pi – oder Raspi – ist ein günstiger und vielseitiger Kleinstcomputer. Der kleine Chip – er ist nur etwas größer als eine Kreditkarte – kostet gerade einmal knapp 35 Euro, ist aber der Einstieg in eine Welt der beinahe unbegrenzten Computermöglichkeiten. Die unscheinbare grüne Platine mit silbernen Anschlüssen kann nämlich unzählige verschiedene Aufgaben übernehmen. Als Tüftlerprojekt für Schüler in Großbritannien gestartet, ist der Raspi schnell populär geworden.

Der beste Computer für Bastler und Tüftler

Mit dem Mini-Computer können Tüftler und Einsteiger ganz einfach viele spannende Projekte realisieren. Vom günstigen Mediencenter bis hin zu vernetzten Rauchmeldern oder der Steuerung von Robotern ist alles möglich. Nutzer sollten im besten Fall Programmier-Grundwissen mitbringen, grundsätzlich ist das Ganze aber recht zugänglich – für nahezu alles gibt es online Anleitungen oder bereits fertige Module. Die aktive Community im Netz tauscht sich in viele Foren aus und stellt ihre neuesten Projekte online.

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Der Raspberry Pi hat keine eigene Festplatte. Betriebssystem und Mediendaten werden auf eine Speicherkarte geschrieben. Foto: Andrea Warnecke

Die aktuelle Version des Raspberry ist der Pi 3 B+, der vor allem über mehr Rechenleistung und flottere Funkverbindungen verfügt. Am Formfaktor hat sich nichts geändert, so dass bestehende Gehäuse und Anbauteile weiter genutzt werden können. Auch am Preis ändert sich nichts, darüber hinaus sind zudem die früheren Modelle allesamt noch erhältlich. Der Raspi bietet USB-Anschlüsse, Ethernet, einen HDMI- und Mini-USB-Anschluss, außerdem zahlreiche I/O-Anschlüsse, einen analogen Audio-Ausgang und einen Steckplatz für Micro-SD-Karten. Letztgenannte liefern den Speicherplatz für Betriebssystem und Anwendungen.

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Für den Raspberry Pi gibt es auch diverse Gehäuse. Findige Bastler bauen sich ihre eigenen – etwa aus Lego oder Holz. Diese hier kostet etwa acht Euro und lässt alle Anschlüsse frei. Foto: Andrea Warnecke

Unbegrenzte Möglichkeiten

Von der Funkantenne über Messsensoren, Saugroboter und Infrarotempfänger bis hin zum Display können unzählige Geräte angeschlossen und über den Raspi gesteuert werden. Und das sind nur die komplizierteren Szenarien. Man muss kein Ingenieur sein, um einen Raspi ans Laufen zu kriegen. Eine der beliebtesten Funktionen ist die Nutzung als Mediencenter: Es verwandelt die Platine innerhalb kurzer Zeit in ein leistungsstarkes Streamingwerkzeug. Ins Heimnetzwerk eingeklinkt, können über den Raspi Filme, Fotos oder Musik von angeschlossenen Rechnern, USB-Sticks oder Festplatten auf den Fernseher übertragen werden.

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Vier USB-Anschlüsse, ein Ethernet-Stecker, HDMI und die Allzweckschnittstelle (oben rechts) erlauben den Anschluss vieler Geräte an den Raspberry Pi. Foto: Franziska Gabbert

Eine weitere Einsatzmöglichkeit des Raspi ist es, ihn als Computerersatz zu benutzen. Zahlreiche angepasste Versionen des offenen Betriebssystems Linux sind kostenlos im Netz verfügbar. Damit wird die kleine Platine beinahe zum PC-Ersatz – nur Höchstleistungen sollte man nicht erwarten.

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Wer ein WLAN-Modul anschließt, kann mit dem Raspberry Pi auch drahtlose Geräte ansteuern. Die optional erhältlichen Kühlrippen halten die Chips auch bei höherer Last in sicheren Temperaturbereichen. Foto: Andrea Warnecke

Wer nicht unbedingt auf einen Raspberry Pi (raspberrypi.org) setzen möchte, findet möglicherweise im Cubieboard (cubieboard.org) eine Alternative, einem Einplatinencomputer für diverse Selbstbauprojekte. Mach anderer Tüftler findet sein Glück vielleicht eher in „Mips“ (mips.com) oder „Odroid“ (hardkernel.com) – die Auswahlmöglichkeiten sind vielfältig.

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Der Raspberry Pi (M) wird mit der kostenlosen Software Raspbmc zum Mediencenter und streamt ein Youtube Video auf den Fernsehschirm. Foto: Franziska Gabbert

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