SSD-Festplatten: Geschwindigkeitsschub für Notebook und PC

Kauf Hier - Das Blog | SSD-Festplatte

von Thomas Rocho

SSD-Festplatten verleihen Notebooks und PCs einen ordentlichen Geschwindigkeitsschub. Auch bei der Speicherkapazität kommen sie immer weiter in die Nähe herkömmlicher Festplatten. Und erschwinglich sind die Speicher aktuell auch noch. Für mich waren das genug Gründe, nach einigen Monaten des Überlegens eine SSD zusätzlich zu meinen Standard-Festplatten anzuschaffen – und ich bin schon nach wenigen Tagen überzeugt. Vorher stand ich aber vor einigen Fragen: Welche SSD brauche ich? Wie funktioniert der Einbau, wie der Datenumzug von der alten Festplatte auf die neue SSD? Ein Überblick.

Der Klassiker

Am längsten auf dem Markt ist die Standard-SSD (für Solid-State-Drive bzw. Solid-State-Disk) im 2,5-Zoll-Format mit SATA-Schnittstelle. Sie steckt in einem Gehäuse, hat das Format einer klassischen 2,5-Zoll-Festplatte und stellt oft mit die einfachste und günstigste SSD-Erweiterungsmöglichkeit für Desktop-PCs und Notebooks dar. 2,5-Zoll-SSDs mit 500 Gigabyte (GB) sind schon für unter 100 Euro zu haben.

Den größtmöglichen Speed-Schub erreicht der SSD-Klassiker aufgrund technischer Einschränkungen aber nicht. Wer wirklich das Speed-Maximum herausholen möchte, sollte sich M.2-SSDs mit NVMe-Schnittstelle anschauen. Diese sind um einiges flotter unterwegs als klassische SATA-SSDs. Für alltägliche Arbeiten mit dem Rechner reicht eine SATA-SSD aber aus.

Kompakter Newcomer

Die gehäuselosen M.2-SSDs erinnern optisch eher an einen Speicherriegel als an eine Festplatte. Kein Wunder: Sie bestehen auch nur aus einer kompakten Steckplatine mit Speicherchips und Steuerelektronik. Das ist ideal für Notebooks, schließlich kommt die Schnittstelle aus dem Mobilbereich. Herkömmliche SSD-Festplatten benötigen einen Laufwerksschacht, eine M.2-SSD kann direkt auf die Hauptplatine gesteckt werden. Beim Notebook sollte aber ein entsprechender Steckplatz frei und über eine Serviceklappe erreichbar sein. Aber aufgepasst: Die immer 22 Millimeter breiten M.2-SSD-Karten gibt es in verschiedenen Längen. Zwar hat sich mittlerweile die Variante mit 80 Millimetern Länge durchgesetzt. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass die neue SSD passt, sollte aber ins Handbuch seines Rechners schauen, ob er nicht vielleicht doch eine andere Länge, etwa 42 Millimeter, benötigt.

Doppeltes Lottchen

Damit die Sache am Ende nicht zu einfach wird, gibt es M.2-SSDs auch noch mit zwei verschiedenen Schnittstellen, einmal mit der klassischen SATA- und einmal mit der deutlich schnelleren NVMe-Verbindung. Unterscheiden kann man die Schnittstellen aber schon beim Blick auf den goldenen Kontaktstreifen an einer der kurzen Seiten: M.2-SSDs mit SATA haben zwei Einkerbungen, M.2-SSDs mit NVMe nur eine. Da NVMe auf dem PCIe-Verbindungsstandard basiert, werden NVMe-SSDs oft auch als PCIe-SSDs angeboten.

Im Desktop-PC steckt ein Mainboard ohne SSD-Steckplatz? – Kein Problem: Adapterkarten wie diese helfen weiter. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)

Die Kostenfrage

M.2-SATA-SSDs sind mit um die 100 Euro für 500 GB inzwischen ähnlich günstig wie 2,5-Zoll-SATA-SSDs. M.2-NVMe-SSDs kosten im Vergleich zu ihren M.2-SATA-Geschwistern derzeit aber noch rund 50 Prozent mehr: also etwa 150 Euro für 500 GB.

2,5-Zoll-SSD-Einbau im Desktop

Erfordert ein paar Handgriffe mehr, wie ich nun aus eigener Erfahrung berichten kann. Ich habe meinem Desktop-PC vom Netz genommen, die Festplatte mit einem speziellen Einbaurahmen in einem regulären Laufwerkschacht verschraubt, dann Stromversorgung und SATA-Kabel angeschlossen. Mir als Laie hat dabei eines der zahlreichen Tutorials auf den Videoplattformen geholfen.

2,5-Zoll-SSD-Einbau im Notebook

Hier nimmt die SSD den Platz der bisherigen herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatte ein – wenn es nicht gerade zwei Plätze für Festplatten gibt, was eher bei größeren Notebooks vorkommt. Oft ist auch hier ein Einbaurahmen nötig: Dieser kann einfach von der entnommenen Festplatte entfernt und um die neue SSD gebaut werden.

M.2-Einbau im Notebook

Die Karte einfach im M.2-Steckplatz platzieren und mit einer Schraube fixieren. Bei Notebooks findet sich der Steckplatz meist auf der Unterseite, hinter besagter Klappe. Um diese zu lokalisieren, kann auch ein Blick ins Handbuch helfen.

M.2-Einbau im Desktop

Die M.2-Steckplätze liegen oft zwischen Prozessor und Grafikkarte. Große Grafikkarten müssen deshalb oft erst ausgebaut werden, damit die M.2-SSD eingesteckt werden kann. Bei Mainbords ohne M.2-Steckplatz, lässt sich dieser per PCIe-Adapterkarte nachrüsten. Achtung: Nicht alle Adapter erlauben das Starten eines Betriebssystems wie Windows 10. Am besten informiert man sich vor dem Kauf beim Adapter-Hersteller.

M.2-SSD auf dem Mainboard eines Desktop-PCs. Ganz links zu erkennen: Die silberne Schraube, mit der die SSD nach dem Einstecken fixiert wird. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)

Datenumzug

Ich für meinen Teil habe mir die Platte vor allem gekauft, um Windows sowie ein paar wenige weitere Programme darauf zu installieren, von denen ich mir kürzere Ladezeiten wünsche. Um das laufende Betriebssystem und die Daten möglichst einfach von der alten Festplatte auf die neue SSD zu bekommen, empfiehlt sich das sogenannte Klonen. Das gelingt mit kostenlosen Tools wie etwa Macrium Reflect Free. Je nach Bauvariante und Rechner wird dazu die neue SSD in ein USB-Gehäuse gesteckt und extern angeschlossen oder direkt auf das Mainboard gesteckt. Manche SSD-Hersteller lieferten auch eine Software mit. Nach dem Umzug gilt es nur noch, SSDs, die extern zum Klonen angeschlossen wurden, wie beschrieben einzubauen. (tro, dpa)

zurück zur Übersicht

weitere Artikel

mehr von unseren Bloggern