Bargeldloses Bezahlen: Paydirekt und Google Pay auf dem Vormarsch?

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von Thomas Rocho

Kann Google das Bezahlen per Smartphone in Deutschland aus der Nische führen? Der Internet-Konzern startet mit Google Pay einen Anlauf. Auch die Volksbanken und Sparkassen stoßen in die Bereiche der Online-Bezahlverfahren und des sogenannten Mobile Payments vor – Stichwort „Paydirekt“.

Google bringt seinen Smartphone-Bezahldienst nach Deutschland. Bei Google Pay ersetzt ein Android-Telefon die Kreditkarte, zum Zahlen hält man das Gerät im Laden einfach an das Terminal. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen per NFC-Funk (NFC steht für „Near Field Communication“, also „Nahfeldkommunikation“) unterstützen – ein großer Teil der Terminals in Deutschland wurde bereits entsprechend umgerüstet. Außerdem kann man mit Google Pay auch bei Online-Käufen sowie in Apps bezahlen.

So funktioniert Google Pay:

Volksbank und Sparkasse bieten „Paydirekt“

Die Idee dahinter ist, gerade zum Bezahlen vor Ort, nicht ganz neu, genau genommen lassen sich in vielen Geschäften kleinere Beträge bereits durch Vorhalten der Karte bezahlen, NFC-Terminals sei Dank. Auch die hiesigen Volksbanken und Sparkassen haben ein eigenes System entwickelt: „Paydirekt“. Damit können Kunden in verschiedenen Alltagssituationen bezahlen. Derzeit häufig noch online, mit einer Handy-zu-Handy-Zahlfunktion gehen die Banken aber den nächsten Schritt, damit mobiles Bezahlen praktischer und bequemer wird.

Die Partner von Google Pay zum Start in Deutschland sind derweil neben den Kreditkarten-Riesen Mastercard und Visa die Commerzbank zusammen mit Comdirect sowie die Online-Banken N26 und Boon. Folgen sollen demnächst die LBBW und Revolut. Bei Online-Zahlungen wird die mit dem Google-Konto verbundene Karte belastet – hier ist damit egal, von welcher Bank sie ist. Der Händler muss dafür Google Pay als Bezahloption unterstützen. Aktuell ist die Zahlungsvariante zum Beispiel bei Lidl, Kaufland, Mediamarkt, Hornbach, McDonald’s und einigen weiteren Unternehmen möglich.

Deutschland ist das 19. Land, in dem Google Pay verfügbar ist. Bei uns ist das Bargeld nach wie vor viel populärer als in anderen Ländern, befindet sich aber allmählich auf dem Rückzug. Im vergangenen Jahr ging der Anteil der Barzahlungen zurück. Das Bezahlen per Smartphone gilt dagegen schon seit Jahren als Zukunftsvision, blieb jedoch bisher ein Nischengeschäft und ist bei den deutschen Handelsumsätze kaum messbar. Gerade hierzulande gibt es beim Mobile Payment Hürden: Kreditkarten sind sehr viel weniger verbreitet als zum Beispiel in den USA, darum sollte oder muss sogar die Girocard beim mobilen Bezahlen eingebunden werden. Abzuwarten bleibt auch, ob in Deutschland mit dem erhöhten Datenschutz-Bewusstsein und der Skepsis gegenüber amerikanischen Internet-Riesen der Name Google eine Belastung sein könnte.

So funktioniert „Paydirekt“ bei der Volksbank:
So funktioniert „Paydirekt“ bei der Sparkasse:

Deutschland ist das 19. Land, in dem Google Pay verfügbar ist. Bei uns ist das Bargeld nach wie vor viel populärer als in anderen Ländern, befindet sich aber allmählich auf dem Rückzug. Im vergangenen Jahr ging der Anteil der Barzahlungen zurück. Das Bezahlen per Smartphone gilt dagegen schon seit Jahren als Zukunftsvision, blieb jedoch bisher ein Nischengeschäft und ist bei den deutschen Handelsumsätze kaum messbar. Gerade hierzulande gibt es beim Mobile Payment Hürden: Kreditkarten sind sehr viel weniger verbreitet als zum Beispiel in den USA, darum sollte oder muss sogar die Girocard beim mobilen Bezahlen eingebunden werden. Abzuwarten bleibt auch, ob in Deutschland mit dem erhöhten Datenschutz-Bewusstsein und der Skepsis gegenüber amerikanischen Internet-Riesen der Name Google eine Belastung sein könnte.

Google überholt mit dem Start übrigens den Konkurrenten Apple auf dem deutschen Markt. Zweitgenannter hat seit Herbst 2014 ein ähnlich funktionierendes Bezahlsystem für seine Telefone und Computer-Uhren, das schrittweise auch in europäischen Ländern eingeführt wird. Über einen anstehenden Start von Apple Pay in Deutschland wurde bereits mehrfach spekuliert, er blieb jedoch bisher aus. Apple verlangt einen Anteil von 0,15 Prozent von den Transaktionen, Google erhält nach eigenen Angaben keinen Anteil daran, sondern will Geschäfte ermöglichen und die Verbreitung von Android ausweiten.

Bleibt nun vor allem die Frage: Werden die Deutschen das Angebot nutzen? Wie schaut es damit bei unseren Blog-Lesern aus: Nutzt bereits jemand eine der Mobile-Payment-Lösungen – oder denkt zumindest darüber nach?

Ich für meinen Teil bin ein Bargeld-Verfechter und trete regelmäßig den Weg zum Geldautomaten an, was aber vor allem daran liegt, dass sich auch fast immer ein solcher in der Nähe befindet. Auf diese Weise behalte ich jedenfalls einen besseren Überblick über einen guten Teil meiner Ausgaben und füttere das Smartphone nicht noch weiter mit sensiblen Informationen – auch wenn die Daten allen anbietenden Unternehmen zufolge bei ihnen natürlich in absolut sicheren und verantwortungsvollen Händen sind.

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