Hofläden in Schaumburg – Wissen, wo es herkommt

Kauf Hier - Das Blog | Hofladen-Frische Eier
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von Lennart Hecht

Im Internet kann man neuerdings selbst frisches Obst und Gemüse kistenweise verpackt nach Hause ordern. Für Schaumburger dürfte dieses Angebot jedoch kaum eine ernsthafte Option sein. Denn gegen die Hofläden vom Dorf haben die Internet-Startups keine Chance.

Als der Einzelhandelsgigant Rewe vor ein paar Jahren in aufwendig produzierten Werbespots proklamierte, die Lebensmittel aus seinen Märkten künftig auch online anbieten zu wollen, hielt ich das noch für einen schlechten Scherz.

Inzwischen soll es bei Anbietern wie Hello Fresh oder Allyouneed möglich sein, selbst frisches Obst und Gemüse kistenweise verpackt nach Hause zu ordern. Schaumburger, die eines dieser Angebote in Anspruch nehmen, kann ich allerdings nicht wirklich verstehen.

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Viele Hofläden liegen versteckt und sind gerade für Auswärtige nur schwer zu finden. Wie gut, wenn wie hier in Algesdorf eindeutige Anhaltspunkte im Feld platziert werden.

Es könnte so einfach sein

Denn so gemütlich es klingen mag, den Wocheneinkauf noch am Sonntagvormittag bequem vom Sofa aus zu erledigen und die frischen Zutaten schon am Tag darauf vom Postboten in Empfang zu nehmen: Ehrlich gesagt geht es gerade hier auf dem Land noch um einiges leichter.

Wo, wenn nicht hier, wimmelt es von Landwirten, die ihre Erzeugnisse angefangen beim Spargel, über Erdbeeren und Kartoffeln bis hin zu Eiern und Milch in Hofläden oder an Selbstbedienungsständen direkt an die Kunden bringen.

Vorteile auf allen Seiten

Ein Handel, von dem nicht nur der regionale Landwirtschaft profitiert. Auch für die Kunden hat der Einkauf beim Bauer um die Ecke klare Vorteile.

Gerade in Zeiten, in denen Avocados und Tropenfrüchte um die halbe Welt geschifft werden und Erdbeeren erst im Flieger aus Spanien ihre natürliche Farbe annehmen, hat der Verbraucher im örtlichen Hofladen noch das Privileg, nachvollziehen zu können, woher die Produkte stammen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden.

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In vielen Dörfern sind Hofläden die einzigen Möglichkeit, Lebensmittel einzukaufen.

Wirklich nachhaltig

Ganz zu schweigen davon, dass durch den Wegfall kilometerlanger Transportwege die Umwelt geschont wird und nur auf den Tresen kommt, was tatsächlich gerade auf den Feldern wächst.

Wer wirklich nachhaltig einkaufen will, vertraut sich deshalb nicht dem erstbesten Bio-Versandsupermarkt aus Berlin-Mitte an, sondern ist beispielsweise beim Hühnerhof Reese in Beckedorf wesentlich besser aufgehoben.

Dort und inzwischen auch bei vielen weiteren Hofläden nämlich scheint man abseits der genannten Vorteile die Zeichen der Zeit erkannt und mit der tageszeitunabhängigen Verfügbarkeit einen Vorzug kopiert zu haben, der eigentlich dem Onlineshopping vorbehalten schien.

Wo sonst Schokoriegel und Tetrapacks auf ihren Kauf warten, ist dieser Automat mit Eierkartons in verschiedenen Größen – aber auch mit Käse, Joghurt und Wurstspeisen beladen.
Verkauft wird nur, was gerade wirklich auf den Feldern wächst. Im Moment sind ganz zu meiner Freude Erdbeeren hoch im Kurs.

Den Erzeuger im Blick

Wer nämlich erst spät von der Arbeit nach Hause kommt oder aus welchen Gründen auch immer erst um 23 Uhr bemerkt, dass im Kühlschrank die Eier fehlen, wird hier aufgrund moderner Verkaufsautomaten, wie man sie sonst etwa vom Bahnhof kennt, auch noch zu unchristlicher Stunde fündig.

Wer Glück hat und vielleicht nicht ganz so spät vorbeikommt, kommt außerdem in den Genuss, auf dem benachbarten Feld die grasenden Hennen zu beobachten, deren Eier man soeben erstanden hat. Kann Einkaufen schöner sein?

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