Nicht nur Eier landen im Nest

Der Gründonnerstag wird als umsatzstärkster Tag noch vor Weihnachten gehandelt. Auch die Zahlen des Handels belegen, dass die Geschenke, die zu Ostern im Nest landen, immer hochpreisiger ausfallen. Davon profitieren auch die Einzelhändler in Stadthagen.

Bei einem Bummel durch die Fußgängerzone winken Kunden überall „Osterschnäppchen“, „Osterrabatte“ und „Geschenke für Ostern“ entgegen. Insbesondere Händler mit Süßwaren, Spielzeug und Dekorationsware rechnen mit positiven Umsatzimpulsen. Baumärkte und Blumenhändler freuen sich über die erhöhte Nachfrage nach Blumen für den Garten oder den Balkon. Darüber hinaus greifen viele Kunden auch zu kleineren Geschenken wie Parfüms, Bücher, CDs und Computerspielen, aber auch Kleidung und Schmuck.

Denn Ostern wird auch für Juweliere immer wichtiger und spült nach Angaben des Handelsblattes sogar mehr in die Kasse als der Valentinstag. Joachim Held, Geschäftsführer von Juwelier Held an der Obernstraße, sieht den „Kaufrausch“ in der Jahreszeit begründet: „Nach dem langen Winter animiert der Frühlingsanfang die Menschen wieder zum Einkaufen.“ Er merke schon, dass je besser das Wetter sei, desto runder laufe das Geschäft. Und seine Frau Sabine fügt hinzu: „Und natürlich sind wegen der Ostertage viel mehr Menschen auf der Suche nach Geschenken in der Stadt unterwegs, das merken wir schon.“

Erika Wagner von „Tröpfchen und Co.“ empfiehlt ihren Kunden Gewürze als kleine Ostergeschenke. (Foto: rg)

Meersalz statt Ei

Wer eher nach einer hübschen, aber originellen Kleinigkeit sucht, wird im „Tröpfchen und Co.“ bei Ehepaar Wagner fündig. „Dabei sind wir eigentlich nicht die erste Anlaufstelle für Menschen, die nach Ostergeschenken suchen“, räumt Dieter Wagner ein. In dem Geschäft in Rodenberg seien Ostershopper auch eher eine Randerscheinung, durch die Lage in der Stadthäger Fußgängerzone profitiere man jetzt natürlich mehr. „Wir hatten jetzt eine Kundin, die mal etwas Originelleres verschenken wollte als Eier.“ Sie habe sich dann für acht Gläser Meersalz entschieden. Ein neuer Trend seien auch Gewürze in Reagenzgläsern. „Wir haben aber auch Marmeladen, Brotaufstriche oder kleine Flaschen Prosecco, die gerne verschenkt werden.“ Inwiefern sich das Ostergeschäft letztlich auf die Einnahmen auswirke, könne er aber noch nicht abschätzen.

Von einem konstant guten Ostergeschäft spricht hingegen Hans-Jürgen Schmidt von der gleichnamigen Buchhandlung am Markt. Der Klassiker „Häschenschule“ gehe jetzt besonders häufig über die Ladentheke. Dennoch sei das Ostergeschäft nicht mit Weihnachten vergleichbar, wie Schmidt erklärt. „Ostern ist eben nur die Woche vorher interessant für Kunden und Geschäftstreibende, Weihnachten spürt man schon vier bis sechs Wochen vorher.“

„Der neue Schirach geht gut“

Nichtstestotrotz merke es der Stadthäger Einzelhandel schon, dass zu Feiertagen Familien wieder zusammenkommen „und sie die Tage nutzen, um gemeinsam in die Stadt zu gehen“. Und Bücher seien laut Schmidt eben immer ein gutes Geschenk – seien es Kochbücher, oder jetzt bei dem schöneren Wetter Gartenbücher. „Aktuell geht auch das neue Buch von Ferdinand von Schirach, ,Strafe‘, sehr gut.“

Die Spielwarenhändler setzen zu Ostern traditionell auch auf den Beginn der Outdoor-Saison. Gefragt sind bei „Spielmit“ jetzt zum Beispiel ganz klassisch Eimer, Schaufel und Spaten, aber auch Fahrzeuge, erklärt Inhaberin Anja Adelt. Wieder im Trend bei Kindern sei Slimy-Schleim, zur Beschäftigung seien aber auch Powerschnüre beliebt. Wunderbar ins Osternest passe das Legespiel Kwatro. Adelt gibt aber ihrem Kollegen Schmidt recht in seiner Beurteilung des Ostergeschäfts: „Der Osterhase trägt nun mal viel weniger als der Weihnachtsmann.“ col

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