„Es muss krachen“

Neue Schuhe gesucht für Herbst oder Winter? Wie wäre es dann mit mehr Glanz, mehr Muster und mehr Dekoration – und das von der spitzen Stiefelette bis hin zum Sneaker. Denn nahezu jedes Modell bekommt Verzierungen und feines Material.

Der Schuh will mehr sein als ein Kleidungsstück zum Schutz der Füße. Das scheint zumindest der Eindruck zu sein beim Blick auf die Trends für die bevorstehende Saison: Samt und Satin treffen auf Pelzpuschel und Pailletten. Wer es lieber sportlich mag, kann aber aufatmen: Der Sneaker bleibt. Er erhält allerdings ein Upgrade für die kalten Monate.

Die aktuellen Schuhtrends: Samt und Satin treffen auf Puschel und Pailletten

Weiblichkeit mit Glanz und Stickereien: So präsentiert sich der Frauenschuh in den kommenden Wintermonaten. „Am Schuh darf so richtig ‘was dran sein“, sagt Claudia Schulz vom Bundesverband der Schuh- und Lederindustrie. „Es muss krachen.“ Das Design wird fantasievoller: Verzierungen, Rüschen, Pailletten und Applikationen gehören darauf.

Auch Liebhaber von Westernboots können sich freuen: auf einen lässigen Schuh mit edlen Stickereien. „Das sorgt für den typischen Boho-Look“, sagt Ilona Sauerbier vom Fachmagazin „Schuhmarkt“. Also ein Hauch Hippie- und Ethno-Look der sechziger und siebziger Jahre – mit kurzen, bestickten Kleidern sowie wallenden, bunten Gewändern.

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Material Pelz. Als Detail auf dem Schuh erscheint er auf edlen Schlupfhalbschuhen wie den Loafern. Aber auch sportliche Sneaker bekommen pelzige Puschel. „Auffällige Schnallen und Nieten zieren die meist knöchelhohen Boots mit leicht angeschrägtem Absatz“, erläutert Schulz.

Blickfang am männlichen Fuß werden Monks und Budapester. „Markante Rahmen und Leisten verleihen ihnen eine edle Note“, sagt Schulz. Wer die Blicke auf den auffälligen Schuh richten möchte, kombiniert obenherum schlichte Farben. „Oder man ist mutig und macht es wie Gucci und trägt unten und oben gemustert“, sagt Sauerbier.

Extravaganter Material-Mix

Detailarbeit erwartet die Schuhmode auch in Bezug auf das Material. Kräftiges Leder erhält eine naturbelassene Optik und auffällige Narbungen. Extravagant sind Material-Mixe aus edlen Stoffen wie Brokat, Samt und Seide. „Die Schnürsenkel können auch schon mal aus Satin sein“, sagt Sauerbier. Edelsteintöne unterstreichen den prunkvollen Trend. „Ein schwarzes Outfit in Kombination mit einem Schuh in Bordeaux passt perfekt“, erklärt Sauerbier.

Immer noch im Trend liegt die klassische Stiefelette. Diese darf gerne spitz zulaufen. Der Overknee-Stiefel bleibt ebenfalls erhalten. „Jedoch häufiger im Sixties-Style mit Blockabsatz und Karrée-Leiste“, sagt Schulz. Sie empfiehlt, den Overknee – der über das Knie hinaus geht – mit einem schwingenden Rock und einer blickdichten Strumpfhose zu kombinieren.

Viele Schuhfirmen setzen auf Materialmixe – Foto: Dachstein

Die Männer greifen derweil zum knöchelhohen Mid-Cut: Sie tragen Chelsea- und Schnürboots aus kräftigem, aber authentischem Leder.

Angesagt für Männer in der kalten Jahreszeit: Schuhe im Mid-Cut aus Leder. – Foto: Red Wing Heritage

Der Hybrid-Sneaker

Der Sneaker erhält ein Tuning. In diesem Winter ist er vor allem in Hybrid-Form angesagt. „Dieser Trend zeigt futuristische Modelle, die wie Socken anmuten oder mit Statement-Sohle daherkommen“, sagt Ulrike Kähler von der Schuhmesse Gallery Shoes (Düsseldorf). Die Sohle wird also dicker und höher. Ein kleines Revival feiert die Schuhmode der neunziger Jahre. Der Raverz-Sneaker mit wechselnden Farbleuchten an der Sohle kommt zurück.

Wer es weniger auffällig mag und mehr auf Tragekomfort setzt, findet aber ebenfalls passende Modelle. „Insbesondere Männer wollen einen Schuh, der nicht nur gut aussieht, sondern auch etwas kann“, sagt Schulz. High-Tech-Stoffe und funktionale Materialien erobern das Design. In ihrer Rolle als Komfortschuh müssen Sneaker künftig Feuchtigkeit absorbierendes Futter sowie rutschfeste und flexible Sohlen haben. „Elastische Senkel und Zipper erlauben schnelles An- und Ausziehen“, erklärt Schulz. Und auch der Klettverschluss bleibt vorerst – aufgrund seiner Bequemlichkeit.

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