Odyssee mit Happy End

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von Thomas Rocho

Als meine Eltern mir als Siebenjährigem einen Super Nintendo kauften, waren sie sich vermutlich nicht ganz im Klaren über die Auswirkungen ihrer Tat.

Ich war schon früher gefesselt vom virtuellen Herumlaufen, Springen und Erkunden von Spielewelten – aber mit der eigenen Konsole weckten sie eine Leidenschaft, die bis heute ungebrochen anhält. Neben Action-Adventures wie „The Legend of Zelda – A Link to the Past“, „Illusion of Time“ oder „Secret of Mana“ war es damals vor allem ein Spiel, das mich stundenlang an das Fernsehgerät fesselte: „Super Mario World“.

Super Mario Odyssey

Mittlerweile bin ich nicht mehr sieben, sondern 28 Jahre alt, und mein Super Nintendo sowie meine Wii sind zum größten Teil durch die aktuelle „Nintendo Switch“-Konsole abgelöst worden. Keine Frage, dass ich mir dafür den neuen Teil „Super Mario Odyssey“ anschaffen würde. Es ging nur um das Wann – und das sollte so bald wie möglich sein. Allerdings stand zwischen mir und meinem Spieleerlebnis ein kleines Problem: Meine Amazon-Bestellung mit dem Spiel wollte einfach nicht ankommen. Irgendwo auf dem Lieferweg kam es zu Verzögerungen, trotz „Premiumversand“ wartete ich fünf Tage.

Thomas Rocho freut sich über den neuesten Teil der Mario-Reihe.

Nachdem ich für diese fragwürdige Entscheidung – zugegeben: vollkommen zurecht – reichlich Spott einstecken musste („Du fährst zweimal am Tag an Media Markt vorbei und kommst nicht auf die Idee, das Spiel dort zu kaufen?“), war es dann aber endlich soweit: Meine Kopie des Spiels kam an und die Switch lief sofort heiß. Zwar hat sich die Story des Spiels im Laufe der Jahre nur wenig geändert. Da macht auch „Super Mario Odyssey“ keinen Unterschied: Im Pilzkönigreich herrscht einmal mehr Aufregung, weil Oberbösewicht Bowser Prinzessin Peach gegen ihren Willen heiraten will. Selbstverständlich muss Mario da einschreiten und das Unglück verhindern, indem er Monde sammelt, Bowser hinterherreist und ihn am Ende natürlich stellt.

Zwischen Super Mario World und Super Mario Odyssey liegen inzwischen fast 16 Jahre.

Trotz der Monotonie in dieser Hinsicht schafft es Nintendo aber einmal mehr, auch mit dem neuen Teil der Reihe zu begeistern: Von Spieletestern gab es reihenweise Bestnoten, zwei Millionen Exemplare des Spiels wurden innerhalb der ersten drei Tage verkauft. Es gibt neue und relativ große Spielewelten – wer hätte zum Beispiel gedacht, dass es Mario mal in eine echte Stadt und unter echte Menschen verschlägt? Aber das Pfund, mit dem das Spiel wirklich wuchern kann, ist eine neue Gameplay-Mechanik: Mario kann seine Mütze um sich werfen und vielseitig nutzen, zum Beispiel, um die Kontrolle über Gumbas, Kugelwillis und viele andere Gegner zu übernehmen. Das bringt auch nach vielen Jahren erfrischende Innovationen ins Spiel, die durch eine präzise Steuerung abgerundet werden.

Onlinebestellung vs. Einkauf vor Ort?

Aber was lerne ich nun aus dieser Geschichte? Vor allem Dinge, die offensichtlich und bekannt sind, wenn man vor lauter Hype nicht den Verstand ausschaltet. Zum einen: Nintendo hat es nicht verlernt, großartige Spiele zu produzieren. Zum anderen: Große Onlinehändler wie Amazon mögen eine enorme Produktauswahl haben und in manchen Fällen auch ein wenig günstiger sein als lokale Händler. Doch gerade bei Massenware wie eben einem Videospiel-Blockbuster à la Super Mario Odyssey nehmen sich alle Anbieter nicht viel – und der Einkauf vor Ort führt in solchen Fällen schneller zum Ziel als eine Onlinebestellung und das unvermeidliche Warten auf die Lieferung. Und manchmal kann es dazu noch helfen, auf andere zu hören.

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